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Physiotherapie - Aderlass hilft bei:

  • Polycythaemia vera
  • Hämochromatose


Aderlass (Hämodilution) – Blutentnahme zu therapeutischen Zwecken

Früher war der Aderlass, also das Abnehmen des Blutes, ein beliebtes medizinisches Verfahren. Heute weiß man, dass Aderlass nur bei wenigen Krankheiten hilft. Darum wird Aderlass kaum mehr angewendet.

Aderlass ist ein seit der Antike bekanntes Heilverfahren und wurde bis zum 19. Jahrhundert praktiziert. Der Aderlass soll eine Verringerung und Reinigung des Blutes bewirken. Er gilt als eine Sonderform der sogenannten ausleitenden Verfahren. Heute wird die Therapieform nur noch selten angewendet.

Aderlass Hämodilution – Blutentnahme zu therapeutischen ZweckenDie Geschichte des Aderlasses

Der Aderlass zählt zu den ältesten Therapieformen. Die meisten Naturvölker nutzten die Therapie. Auch die alte indische Medizin beschreibt zahlreiche Indikationen für den Aderlass. Theoretische Begründung fand der Aderlass in der "Säftelehre" des griechischen Altertums. In dem humoral-pathologischen Denksystem besteht der Körper aus den vier Säften Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle. Fast jede Krankheit wurde auf ein Missverhältnis dieser Säfte zurückgeführt. Hippokrates (um 460 vor Christus) empfahl den Aderlass bei Entzündungen und Schmerzzuständen. Es gab auch Menschen, die sich einem Aderlass pro Jahr zur regelmäßigen Reinigung und Entgiftung des Gesamtstoffwechsels sowie zur Stimulation der körpereigenen Heilkräfte unterzogen.

Aderlass: Wirkung von ausleitenden Verfahren

Der Aderlass zählt wie das Ansetzen von Blutegeln als eine Methode der therapeutischen Blutentnahme zu den sogenannten ausleitenden Verfahren. Auch das "blutige" Schröpfen gehört dazu. Dies bedeutet, dass Stoffe, von denen der Körper zu viel hat, nach außen geleitet werden, um den Körper zu entlasten.

Zu den ausleitenden Verfahren gehören auch Schwitzkuren, basische Bäder oder Wickel. Bei diesen Methoden soll die Körpertemperatur mit Schwitzen gesenkt werden. Sie werden heutzutage häufig bei Erkältungen praktiziert.

Wirkungsweise von Hämodilution

Mit dem Blutentzug beim Aderlass werde im Körper Platz geschaffen. Dieser fülle sich wieder auf, weil Gewebsflüssigkeit nachströhme, wodurch sich die qualitative Zusammensetzung des Blutes verändere. Dadurch werde angeblich die Fließeigenschaft des Blutes verbessert, ein blutbildender Reiz auf das Knochenmark ausgeübt und eine Vermehrung der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) bis hin zu einer Einflussnahme auf im Gewebe zurückgehaltene Stoffwechselendprodukte (sogenannte Schlacken) und Toxine (Gifte) erreicht. Mit diesen Wirkungsweisen wird die Reinigung und Entgiftung durch den Aderlass gerechtfertigt.

Einsatzgebiet von Aderlass

Der Aderlass spielt heute nur bei wenigen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Dazu zählen unter anderen die Erkrankung Polycythaemia vera, bei der eine vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen auftritt. Auch bei einer Hämochromatose, bei der der Patient unter einem zu hohen Eisenwert leidet, kann Aderlass als Therapie angewendet werden.

Hinweis: Ihr Arzt wird mit Ihnen sprechen, wenn er bei Ihnen einen Aderlass für sinnvoll erachtet. Zur Reinigung und Entgiftung sollte man auf keinen Fall auf einen Aderlass zurückgreifen. Da gibt es laut Experten heutzutage ungefährlichere und sinnvollere Therapiemaßnahmen.


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