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Beckenschmerzen - die Symptome

Das Becken hat seinen Namen zu Recht: Es hat tatsächlich die Form eines Wasserbeckens. Teilweise ist der Innenraum, in dem die Eingeweide ihren Sitz haben, von Knochen umgeben.

Aufbau und Funktion des Beckens

Zum sogenannten knöchernen Beckengürtel gehören:

  • Darmbein
  • Schambein
  • Sitzbein
  • Kreuzbein
  • Steißbein

Zur Stütze der Organe im Becken dient der sogenannte Beckenboden. Er ist ein recht komplexes Flechtwerk aus Muskeln und Gewebe, das unter anderem auch den aufrechten Gang ermöglicht, und wird in verschiedene Schichten unterteilt:

Beckenboden - Aufbau

Der Beckenboden, der zwischen den beiden Sitzbeinhöckern sowie dem Scham- und Steißbein aufgespannt wird, begrenzt den Bauchraum nach unten und verschließt das kleine Becken. Der Beckenboden besteht insgesamt aus drei Schichten:

  • Die äußere Schicht (sogenannte Schließmuskelschicht) verläuft in Form eines Us und in einer Schlinge, die wie eine Acht geformt ist. Die Funktion der äußeren Schicht ist der Verschluss von Scheide, Harnröhre und After.
  • Die mittlere Schicht (sogenanntes Diaphragma urogenitale) besteht wiederum aus mehreren Muskelschichten und verläuft quer. Sie lässt bei der Frau Harnröhre und Vagina durch beziehungsweise verschließt diese. Die mittlere Schicht bewegt zudem die beiden Sitzhöcker zueinander.
  • Die innere Schicht (sogenanntes Diaphragma pelvis) besteht aus dem Hebemuskel des Afters und sie unterstützt die sogenannte Bauchpresse und hilft, den Anus zu schließen. Die Schicht trägt und hält die Eingeweide des Bauchraums. Darüberhinaus nimmt sie Einfluss auf das sogenannte Iliosacralgelenk: Sie hilft, es zu stabilisieren. Nicht zuletzt bewegt die tiefere Schicht das Steißbein in Richtung Schambein. 
Die sogenannte Beckenbodenmuskulatur umschlingt quasi die Öffnungen des Körpers im Bereich des Beckens. Verschiedene Bänder zwischen den Knochen bewirken die Stabilität des Beckens.

Das folgende Video (Quelle: youtube) zeigt anschaulich, wie der Beckenboden funktioniert und seinen Aufgaben gerecht wird:

Beckenschmerzen sind weder Bauch- noch Unterleibsschmerzen

Wichtig: Beckenschmerzen sind nicht Bauch- oder Unterleibsschmerzen, sie rühren vom knöchernen Beckengürtel her.


Typische Beschwerden mit dem Becken sind neurologische Ausfälle. Betroffene beklagen häufig ein akutes Wegknicken des Beines, wobei es nicht zu dauerhaften Ausfällen der Beweglichkeit kommt. Die Schmerzen, die von einem Problem des Beckens herrühren, sind äußerst vielfältig und können in die Leiste, das Gesäß sowie in die Beine ziehen.

Manchmal werden die Beschwerden von Inkontinenz begleitet.

Beckenschmerzen aufgrund einer Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kommt es häufig zu einer Lockerung der Bänder, die den Beckenboden zusammenhalten. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Beckenringlockerung. Sie äußert sich mit Schmerzen, auch im Rücken. Ursache dafür sind zum einen die hormonelle Veränderung im Körper, zum anderen auch die körperliche Belastung. Eine solche Beckenringlockerung kann demzufolge schon in der sehr frühen Schwangerschaft auftreten und noch lange nach deren Beendigung andauern.

Die Schmerzenzentren, die Betroffene bei einer Beckenringlockerung beklagen, sitzen in den Lenden, der Wirbelsäule oder im Schambein. Sie ziehen sich von dort aber mitunter auch bis in die Leisten und die Innenseiten der Oberschenkel. Häufig beeinträchtigen sie die Fortbewegung.
Hinzu kommt, dass sich die Beckenschmerzen infolge bestimmter Bewegungen verstärken können. Insbesondere dann, wenn die Schwangere

  • sich liegend vom Rücken auf die Seite drehen oder
  • im Liegen das gestreckte Bein anheben will

Beschrieben wird außerdem häufig, dass wegen der Schmerzen im Becken beim Gehen die Schritte kürzer werden und besonders das Treppensteigen beschwerlich wird. Es gibt Experten, die Beckenschmerzen in der Schwangerschaft auch auf Knochenschwund (Osteoporose) zurückführen.

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