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Fango – heilender Schlamm

Ob die Schlammpackung warm oder kalt angewendet wird, hängt von den Beschwerden ab, die damit kuriert werden sollen. Wirksam sollen Packungen mit Fango auf jeden Fall sein.

Fango – wo kommt der Schlamm her?

Der Begriff „Fango“ ist italienischen Ursprungs und bedeutet übersetzt etwa „heilender Schlamm“. Der zu Therapiezwecken genutzte Fangoschlamm wird aus vulkanischem Mineralgestein gewonnen und muss ein Jahr reifen, bevor er verwendet werden kann. Besonders in Italien (auf Sizilien und in diversen Thermen) aber auch in Deutschland, nämlich in Bad Neuenahr, der Eifel oder beim Laacher See kommt diese Art von Mineralgestein vor. Hier reift der Fangoschlamm auf altbewährte Weise heran. Zu den bekanntesten natürlichen Fango-Arten gehören der Abano-Fango aus Italien und der deutsche Eifel-Fango.

Fango – heilender SchlammFango – was ist das für ein Schlamm?

In der Fango-Therapie wird nicht einfach irgendein Matsch auf den Körper geschmiert. Auch wenn es nicht so aussieht: Der grün-grau-bräunliche Fango-Schlamm besteht aus Kieselsäure, organischer oder anorganischer Tonerde, Magnesium, Eisenoxyd und Aluminiumoxyd. Medizinisch wirksam soll der Schlamm jedoch erst werden, nachdem er mehr als ein Jahr lang herangereift ist. Bei diesem Reifeprozess muss der Fangoschlamm mit Sonne, Luft und fließendem Thermalwasser in Kontakt kommen. Dadurch soll er organische Substanzen aufnehmen. Das Thermalwasser ist hierbei wichtig, enthält es doch die für den Reifungsprozess notwendigen Stoffe Brom, Salz und Jod. Ist der Fangoschlamm reif, wird er an de Luft getrocknet, gereinigt und fein gemahlen.

Fangoschlamm – wie wird er verabreicht?

Der heilende Schlamm wird als Umschlag, Packung oder Bad entweder kalt, warm oder heiß angewendet. Bei einer Wärme-Anwendung wird die Fangopackung bei etwa 50 Grad Celsius ungefähr zwei Zentimeter dick auf den Körper aufgetragen. Dann wird der Körper wegen der Wärmespeicherung in Tücher oder Plastikfolie gewickelt. Die Dauer der Fango-Therapie beträgt ungefähr 20 bis 40 Minuten. Der Schlamm wird mit Wasser abgespült. Nach der Fango-Packung sollte eine mindestens halbstündige Ruhepause folgen, bei der man warm eingewickelt noch etwas schwitzt und in der der Körper die Wirkstoffe des Fangoschlamms aufnehmen soll. Anschließend soll eine Physiotherapie oder eine Massage besonders gut wirken.

Fango – Heilschlamm auch von innen

Wer mag, kann täglich einen Esslöffel Fango als Nahrungsergänzung zu sich nehmen. Dies soll hohe Blutfettwerte senken, für eine gesunde Darmflora und für eine Entgiftung des Körpers sorgen.

Fango – was er bewirken soll

Eine warme Fango-Packung soll die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen. Muskelschmerzen sollen ebenso wie Schmerzen in den Gelenken kuriert werden, Sehnen und Bänder sollen sich besser dehnen lassen. Das Immunsystem soll durch eine Fango-Packung gestärkt und der Blutzuckerspiegel gesenkt werden. Die Wärme soll etwa drei Zentimeter tief in die Haut eindringen und es den Heilstoffen ermöglichen, auf den gesamten Körper zu wirken. Die in dem Schlamm enthaltenen Mineralsalze sollen sich positiv auf die Haut auswirken. Besonders wirksam gegen Schmerzen soll der Abano-Fango mit seinem hohen Anteil an Algen sein. Diese sollen die Produktion und Ausschüttung sogenannter Endorphine (schmerzstillende Substanzen des Körpers) anregen. Die schmerzstillende Wirkung soll bis zu vier Monaten anhalten können.

Fango-Therapie – wogegen sie helfen soll

Warme Fango-Packungen sollen hilfreich bei Rheuma, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Ischias, Osteoporose, Arthrose und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates sein. Weiter sollen sie gegen Harnwegserkrankungen, Leber- und Gallenleiden und Atemerkrankungen helfen. Auch Nervenschmerzen und gynäkologische Krankheitsbilder sollen mit Hilfe des wärmenden Schlamms gelindert werden. Auf dem Gebiet der Hautkrankheiten wird Fango gegen Neurodermitis, Akne und Schuppenflechte eingesetzt. Kalt aufgetragen (zum Beispiel als Kompresse oder in Form von Salbe), soll Fango bei Muskelzerrungen und Prellungen helfen.

Fango – wann man auf den Heilschlamm besser verzichten sollte

Wer Fieber oder akute Infektionen und Entzündungen hat, sollte auf die Wärmetherapie verzichten. Auch bei Ödemen oder Durchblutungsstörungen (etwa bei Diabetes), auf Narben oder Verletzungen ist Fango nicht geeignet. Wer unter Venenerkrankungen, Herzschwäche, hohem oder niedrigem Blutdruck oder einer Neigung zu Thrombosen leidet, sollte Fango nicht anwenden. Schwangere sollten eine Fango-Therapie nur nach vorheriger Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden.



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