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Querschnittslähmung

Bei einer Querschnittslähmung, auch Paraplegie genannt, ist die Nervenleitung des Rückenmarks unterbrochen. Dadurch kommt es zu einem Ausfall von Motorik, Sensorik und vegetativen Funktionen im Bereich unterhalb der Schädigung des Rückenmarks.

QuerschnittslähmungDie möglichen Ursachen einer Querschnittslähmung

In 70 Prozent der Fälle entsteht eine Querschnittlähmung infolge eines Unfalls. Häufig kommt es aufgrund von Wirbelbrüchen oder Wirbelverschiebungen der Halswirbelsäule (HWS) zu einer Beschädigung des zervikalen Rückenmarks. Es können aber auch Entzündungsprozesse (Multiple Sklerose) oder Tumore einen schädigenden Druck auf das Rückenmark ausüben.

Die Phasen der Querschnittslähmung

  1. Direkt nach dem Unfall kommt es zunächst zu einer Phase, in der eine sogenannte schlaffe Lähmung der betroffenen Segmente auftritt. Damit ist keine willkürliche Motorik möglich und Muskelreflexe sind nicht auslösbar. Die Sensibilität (Gefühl, Druck, Wärme) und vegetative Versorgung (Blase, Darm, Blutgefäßregulation) fällt ebenfalls aus. Diese Phase kann Wochen bis Monate dauern.

  2. Darauf folgt dann die Phase der sogenannten spastischen Lähmung. Der bisher schlaffe Muskeltonus (Spannung) erhöht sich zunehmend bis hin zur Verkrampfung der Muskulatur. Die Muskelreflexe sind mit einer erhöhten Antwort auslösbar.

Die Symptome einer Querschnittslähmung

Je nach Höhe und Schwere der Rückenmarksverletzung gibt es unterschiedliche Ausfälle beim Betroffenen. Grundsätzlich kann man verallgemeinern: Je höher der Sitz der Verletzung des Rückenmarks ist, desto mehr motorische, vegetative und sensible Ausfälle hat der Patient. Zum Symptomkomplex einer Querschnittslähmung gehören unter anderem:

  • Lähmungen
  • vegetative Entgleisungen (zum Beispiel Kreislaufstörungen)
  • Muskeltonusveränderungen
  • Veränderungen der Muskeldehnungsreflex

Unabhängig von der Höhe der Verletzung ist die Qualität des Ausfalls. Es gibt die medizinische Klassifizierung nach Frankel, welche die Art der Querschnittslähmung in fünf Grade einteilt:

  1. Grad A: komplette Lähmung
  2. Grad B: erhaltende Sensibilität
  3. Grad C: erhaltende Restmotorik, aber kein Gebrauch der Extremitäten möglich
  4. Grad D: erhaltende Restmotorik, die den Gebrauch der Extremitäten erlaubt
  5. Grad E: Erholung von Motorik und Sensibilität

Wichtig: Das Zentralnervensystem (ZNS) ist nicht in der Lage, Nervenbahnen neu auszubilden beziehungsweise geschädigte Bahnen zu reparieren. Kommt es zu Schädigungen von Nervenbahnen, bleiben diese ein Leben lang bestehen.

Wie ist die Therapie bei einer Querschnittslähmung?

Grundsätzlich muss die Erstversorgung bei einem Unfall mit Verdacht auf Schäden an der Wirbelsäule schnell erfolgen, um die Atmung und Durchblutung des Gehirns sicher zu stellen. Wegen des Ausfalls der vegetativen Steuerung der Blutgefäße in der Phase der schlaffen Lähmung kann es zu einem Abfall des Blutdrucks kommen, der intensivmedizinische Betreuung erfordert.

Erfolgt der Querschnitt infolge eines Unfalls, muss das betroffene Segment der Wirbelsäule stabilisiert werden, um einen weiteren Schaden zu verhindern.
Zusätzlich zur Betreuung des Betroffenen durch ein Pflegeteam, um diesem bei alltäglichen Aktivitäten zur Seite zu stehen, die er (noch) nicht selbstständig ausführen kann, muss eine physiotherapeutische und ergotherapeutische Betreuung erfolgen. Das Ziel sollte die größtmögliche Selbstständigkeit des Betroffenen sein.



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