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Physiotherapie - Autogenes Training hilft bei:

Autogenes Training – die Selbstentspannungsmethode

Autogenes Training ist in verschiedenen Lebenssituationen einsetzbar und soll ein Gleichmaß zwischen Spannung und Entspannung herstellen. Auf diese Weise soll gesundheitlichen Störungen vorgebeugt werden – insbesondere solchen, die aus Stresssituationen und anhaltenden Spannungszuständen entstehen.

Autogenes Training ist eine Art Selbst-Hypnose, die in verschiedenen Lebenssituationen einsetzbar ist. Dabei spielt die Autosuggestion (griechisch: autós= selbst, latein: suggestio = Eingebung) eine wichtige Rolle. Auch das regelmäßige Üben trägt entscheidend zum Erfolg bei.

Autogenes Training – die SelbstentspannungsmethodeHistorische Entwicklung des Autogenen Trainings

Die psychische Beeinflussung von Vorstellungen, Denken und Handlungen einer Person wird auch Suggestion genannt. Sie ist eines der ältesten und am häufigsten verwendeten Heilmittel in der Medizin. Bereits aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts vor Christus gibt es Dokumente über suggestive Behandlungsmaßnahmen, bei dem auf den Patienten eingeredet wird, dass seine Schmerzen verschwinden werden.

In der Neuzeit wurde das Thema im Jahr 1843 durch den britischen Chirurgen James Braid erstmals wissenschaftlich bearbeitet. Braid gab dem künstlich hervorgerufenen schlafähnlichen Zustand den Namen Hypnose. Er beschäftigte sich mit der therapeutischen Anwendung bei Nervenstörungen. Ende des 19. Jahrhunderts befasste sich der deutsche Hirnforscher Oskar Vogt vor allem mit der Selbst-Hypnose. Daraus entwickelte der Nervenarzt Johann Heinrich Schultz (1884 bis 1970) schließlich 1932 das autogene Training als Selbstentspannungstechnik. Vor allem in Europa findet es heute eine weite Verbreitung.

Ablauf des autogenen Trainings

Mit Hilfe des autogenen Trainings soll Ruhe und Entspannung des eigenen Bewusstseins herbeigeführt werden. In dem autogenen Training können Übende lernen, bestimmte Körperfunktionen wie Herz-Kreislauf-, Atmungs- und Verdauungsreaktionen selbst zu beeinflussen. Das Training hat zum Ziel, die Körpermuskulatur zu entspannen, also Muskelverspannungen zu lösen, Schmerzen zu lindern oder abzustellen, Ängste zu beruhigen und über regelmäßige Erholungsphasen die allgemeine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Außerdem kann der Patient durch das autogene Training eine intensive Selbstwahrnehmung (eine sogenannte Selbstschau) erlernen.

Wirkung der Selbstentspannungsmethode

Autogenes Training kann bei vielen, ganz unterschiedlichen Problemen helfen. So kann das Training zum Beispiel in Alltagssituationen, im Bereich der Psychotherapie, bei Asthma oder bronchialen, rheumatischen Erkrankungen hilfreich sein. Als begleitende Therapie kann autogenes Training besonders bei Angststörungen, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen oder Bluthochdruck erfolgreich sein. Es hilft aber auch bei leichten bis mittelschweren depressiven Phasen sowie bei Beschwerden der Wechseljahre. Auch bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, der Bewegungsorgane oder der Schilddrüsen kann autogenes Training hilfreich sein. Bei Erkrankungen der Haut (zum Beispiel Neurodermitis), verschiedenen Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen oder chronischen Schmerzen hat man mit autogenem Training als unterstützende Therapie ebenfalls gute Erfahrungen gemacht.

Hinweis: Autogenes Training ist mit seiner spannungslösenden Wirkung gut anwendbar, um Stress zu bewältigen und vorzubeugen. Die Methode eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen, da es keine negativen Nebenwirkungen gibt. Studien haben die Wirksamkeit der Selbstentspannungsmethode bewiesen. Die Kosten für Kurse, in denen autogenes Training vermittelt wird, werden häufig wenigstens teilweise von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sollten Sie sich für autogenes Training interessieren, sollten Sie ihren Hausarzt ansprechen. Er kann Ihnen bestimmt weitere Informationen geben.



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